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Fokker C.V

Fokker C.V - Serie

Versionen: C.V-A, -B, -C, -D und -E

Typ: zweisitziger leichter Bomber und Aufklärer.

Antrieb: verschiedene

    Hispano-Suiza mit 350, 400 und 450 PS,
    Lorraine-Dietrich mit 400 PS,
    Rolls-Royce V-12 mit 525 PS, wassergekühlt,
    Armstrong Siddeley Jaguar mit 450 PS,
    Bristol Jupiter (als Lizenzbau) mit 490 PS
    Bristol Pegasus Sternmotoren mit 730 PS, luftgekühlt.

Abmessungen:
Spannweite:
(C.V-C) 14,58 m, (C.V-D) 12,5 m, (C.V-E) 15,31 m
Länge: abhängig vom Motor von 9,24 m - 9,55 m
Höhe: (C.V-C) 3,74 m, ( C.V-D) 3,3 m, (C.V-E) 3,38 m
Tragende Flügelfläche: (C.V-A) 37,5 m², (C.V-B) 40,80 m², (C.V-C) 46,10 m², (C.V-D) 28,80 m² (V-Stiele), (C.V-E ) 39,30 m² (N-Stiele)

Fokker C.V-D, Norwegische Heeresluftwaffe, Fornebu

Fokker C.V-E, 3. Eskadrille, Dänische Heeresflieger, Mitte der 30er Jahre

Fokker C.V-D

Gewichte:
Leer alle bei 1814 kg
Startgewicht (C.V-C) 1450 kg, (C.V-D) 1920 kg, (C.V-E) 2220 kg

Flugleistungen:
Höchstgeschwindigkeit: (C.V-C) 235 km/h, (C.V-D) 255 km/h in 4000 m Höhe, (C.V-E, Hispano) 230 km/h, (C.V-E, Pegasus) 285 km/h
Marschgeschwindigkeit: 185 km/h
Dienstgipfelhöhe: alle bei 7000 (andere Quellen: 5500) m
Reichweite: 770 km

Bewaffnung:
Immer ein starres 7,92-mm-MG (bei Jägern zwei) im Bug und ein oder zwei (7,92-mm) im hinteren Cockpit und (gelegentlich) ein zusätzliches MG in der Bodenwanne; mehr als 30 Varianten bei Fabrikaten und Anordnung;
Bomber bis 227 kg Bomben oder Minen unter den Flügeln

Variante: Fokker C.VI:
26 C.V-D, die auf einen Hispano-Suiza mit 258 kW (350 PS) oder einen Armstrong Siddeley Jaguar mit 336 kW (457 PS) ummotorisiert wurden.

Geschichte:
Erstflug: 1922; (C.V-C) 1923; (C.V-D) 1924; (C.V-E) etwa 1927; Endlieferung neuer Flugzeuge 1936.

Es gibt Gründe für die Annahme, daß die Fokker C.V-Serie die erfolgreichste zwischen den beiden Weltkriegen war. Zwischen 1919-22 brachten Fokkers neue Werke in Amsterdam nicht nur viele hervorragende Militärflugzeuge, sondern auch zivile Maschinen heraus, die zwischen 1920-37 zu den führenden in der Welt gehörten. Die C.V war ein sauberer Militärdoppeldecker, größer als die einsitzigen Jäger, mit einem Gerüst aus geschweißten Stahlrohren und hölzernen Flügeln. Die C.V-C brachte große Überseeaufträge, manche für eine Wasserflugzeugversion. Das D-Modell hatte schlankere Flügel und einen mehr stromlinienförmigen Rumpf. Es waren meistens Jäger und Erdkampfunterstützungsflugzeuge. Die E-Reihe hatte eine größere Spannweite und diente vornehmlich als Bomber. Fokker beute in 13 Jahren mehr als 400 aller Versionen. Weitere wurden in Lizenz in Dänemark, Norwegen, Finnland und in der Schweiz gebaut, so daß die Gesamtproduktion auf 1000 kommen dürfte.


Die Fokker-Serie C.V gehörte zweifellos zu den erfolgreichsten Militärflugzeugen der zwanziger und dreißiger Jahre. Sie ging aus dem im Mai 1924 geflogenen Prototyp hervor und erweiterte sich rasch, da die Möglichkeit zum Einbau verschiedener Motoren und fünf unterschiedlicher Tragflächentypen bestand. Die C.V-A, C.V-B und C.V-C hatten Tragflächen konstanter Profiltiefe und einer tragenden Fläche von 37,5 m² beziehungsweise 40,80 m² und 46,10 m². Die C.V-D und C.V-E waren Anderthalbdecker, deren Flächen sich nach außen verjüngten, die C.V-D besaß V-Stiele und eine tragende Fläche von 28,80 m², während die C.V-E N-Stiele und eine tragende Fläche von 39,30 m² aufwies. Alle C.V waren in gemischter Bauweise mit einem Stahlrohr-Rumpfgerüst und hölzernen Flächen konstruiert. Zur Wahl standen fünf verschiedene Flächentypen, wie oben beschrieben und jeweils durch einen Zusatzbuchstaben zur Typkennung identifiziert (nur die C.V-D und die C.V-E waren erst ab Januar 1926 verfügbar). Das Muster gewann bald Anerkennung als hervorragendes Mehrzweckflugzeug, da sich ein Motorenspektrum von 258 kW (350 PS) bis 537 kW (730 PS) installieren ließ.

Frühe Nutzer der C.V-E waren die holländischen Seeluftstreitkräfte und Bolivien. Erstere erhielten zehn Schwimmerflugzeuge C.V-W, die später zu Standard-Landflugzeugen C.V-C umgerüstet wurden. Für den Antrieb dieser frühen C.V sorgten gewöhnlich Hispano-Suiza-Motoren mit 331 kW (450 PS), doch bei einigen Maschinen auch der Lorraine-Dietrich mit 294 kW (400 PS).

Die Großserienfertigung konzentrierte sich auf die C.V-D und C.V-E mit den neueren zugespitzten Tragflächen. Die C.V-D mit kurzer Spannweite war als Jagdflugzeug zur Zusammenarbeit mit dem Heer und die C.V-E als Aufklärungsbomber gedacht. Die Meisten C.V-D der holländischen Luftwaffe hatten Hispano-Suiza-Motoren à 258 kW (350 PS) oder 331 kW (450 PS), aber einige Exemplare besaßen den britischen Jaguar-Sternmotor, der ebenfalls 331 kW (450 PS) abgab.

Unter dem Exportkontingent befand sich ein Los für Dänemark, von denen ein Exemplar mit dem 544 kW (740 PS) starken Bristol-Pegasus-Motor ausgerüstet war. Einige dänische Maschinen fielen den Deutschen in die Hände, die sie im Sommer 1944 an der Ostfront für Nachtstöreinsätze nutzen. Norwegen baute eine Serie C.V-E, von denen  einige bis 1940 im Dienst blieben. Schweden kaufte acht C.V-E von Fokker und fertigte weitere 46 Exemplare mit Pegasus-Antrieb in Lizenz. Finnland flog 19 C.V-D und C.V-E, einige davon neu beschafft, plus drei C.V-E aus Schweden und zwei norwegische C.V-D, die beschlagnahmt worden waren. Die Schweizer Luftwaffe erwarb sechs neue C.V-E und baute zwischen 1932 und 1936 nochmals 49 Exemplare in Lizenz. Der größte Lizenzhersteller aber war Italien, wo die Meridionali Ro.1 mit dem 313 kW (426 PS) starken Bristol Jupiter und die Ro.1bis mit dem von Piaggio gebauten, 410 kW (558 PS) starken Jupiter VIII gefertigt wurde.

Manfred Weiss in Ungarn kaufte drei C.V von Fokker und baute 100 Lizenzflugzeuge mit der Bezeichnung WM Budapest 9 und Budapest 11 sowie Budapest 14 mit dem 640 kW (870 PS) starken WM-Kolbenmotor K-14. Eine modifizierte Weiss-Version, als WM 21 Sólyom bekannt, wurde im Zweiten Weltkrieg eingesetzt.

In diesem Krieg operierten noch einige andere Versionen der C.V, beispielsweise in Finnland und in den Niederlanden, wo beim Angriff durch Deutschland am 10. Mai 1940 28 C.V zur Verfügung standen. Die Mehrzahl wurde am Boden zerstört, aber andere griffen in den Erdkampf ein, bis der Widerstand nach fünf Tagen endete. Die langlebigsten Fokker dieser Gattung waren die C.V-E der Schweiz, in der die letzte Zielschleppmaschine erst 1954 abgezogen wurde. Eine C.V-E blieb im Schweizer Luftwaffenmuseum in Dübendorf bei Zürich erhalten, während eine in Holland produzierte Maschine im Aviodome Museum in Amsterdam ausgestellt ist.

Quellen:
Flugzeugtypen der Welt, Bechtermünz 1997
Bill Gunston, Kampfflugzeuge der Welt, 1985


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