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Fokker D.XXI

Fokker D.XXI

Typ: einsitziger Jäger

Antrieb:

    (holländisch) ein 830 PS Bristol Mercury VIII 9-Zylinder-Sternmotor
    (dänisch) 645 PS Mercury VI-S
    (finnisch) 825 PS Pratt & Whitney R-1535-SB4-G Twin Wasp Junior 14-Zylinder-Doppelsternmotor

Abmessungen:
Spannweite:
11m
Länge: (Mercury) 8,22 m, (R-1535) 8 m
Höhe: 2,94 m
Tragende Flügelfläche: 16,2 m²

Gewichte:
Leergewicht:
(Mercury) 1442 kg, (R-1535) 1534 kg
Startgewicht: (Mercury) 2050 kg, (R-1535) 2186 kg

Flugleistungen:
Höchstgeschwindigkeit:
(Mercury VIII) 460km/h in  4420 m Höhe, (R-1535) 439 km/h
Marschgeschwindigkeit: 385 km/h
Steigen auf 3000 m: (Mercury) 3,5 min, (R-1535) 4,5 min
Dienstgipfelhöhe: (Mercury) 11000 m, (R-1535) 9750 m
Reichweite: (Mercury) 950 km, (R-1535) 900 km

Fokker D.XXI, NL

Fokker D.XXI, 1. JVA, Niederländische Luftwaffe

Fokker D.XXI, FI

Fokker D.XXI, 30. Sqn., Finnische Luftwaffe

Fokker D.XXI, DK

Fokker D.XXI, 2. Eskadrille, Dänische Heeresluftwaffe

Bewaffnung:
(holländisch) vier 7,9-mm-FN-Brownings, zwei im Rumpf, zwei in den Flügeln
(dänisch) zwei 7,9-mm-Madsen in den Flügeln und zwei 20-mm-Madsen Kanonen in Unterflügelbehältern
(finnisch) vier 7,7-mm-MGs in den äußeren Flügeln

Geschichte:
Erstflug am 27. März 1936; Truppenlieferung (Holland) Januar 1938; (finnische Produktion) Juni 1938; (dänische Produktion) 1939

In der zweiten Hälfte der dreißiger Jahre konnte jedes Militärflugzeug auf ein breites Interesse rechnen. Die D.XXI kam aus einem Werk mit weltweit gutem Ruf und – obgleich zunächst für die niederländisch-ostindische Heeresluftwaffe entwickelt – wurde zum Standardjäger dreier europäischer Nationen. Eine vierte hatte sie dafür vorgesehen. Das war für Fokker besonders deshalb vorteilhaft, weil sich die Pläne der ursprünglichen Abnehmer geändert hatten und sie keinen Auftrag erteilten. Doch der Jäger erfüllte alle Erwartungen: Er war klein, zäh und wendig, hatte gute Flugeigenschaften und schwere Bewaffnung. Die Flügel bestanden aus Holz mit einer Bakelit/Sperrholz-Beplankung. Das Rumpfgerüst bestand aus geschweißten Stahlrohren mit Metallbeplankung bis zum Cockpit und bespanntem hinteren Rumpf und Heck. Das Fahrgestell war starr. Der Prototyp flog in Welschap mit einem Mercury VI-S Motor. Im Mai 1937 bestellte die Regierung 36 mit einem stärkeren von Bristol gelieferten Mercury Motor. Fokker hatte viele Pläne für eine weiterentwickelte D.XXI mit einziehbarem Fahrgestell und stärkeren Motoren, doch die Serie entsprach fast völlig dem Prototyp. Mit der siebenten (Nr.217) erflog der Testpilot H. Leegstraa mit 11354 m den holländischen Höhenrekord. Unterdessen lief die Produktion einer modifizierten Version für Finnland an, das sieben Flugzeuge und die Herstellungslizenz kaufte. Dänemark folgte mit einem Kauf von drei Flugzeugen und der Herstellungslizenz. Der Vierte im Bunde sollte die Spanische Republik sein, deren neues Werk kurz vor dem Produktionsbeginn von den Nationalisten überrannt wurde. In Finnland lieferten die staatlichen Werke 38 in den Jahren 1938-39. Sie alle nahmen sehr erfolgreich am Kampf gegen die sowjetische Invasion vom 30. November 1939 teil. Die D.XXI-Produktion wurde beschleunigt ausgebaut, doch da alle in Finnland gebauten Mercury-Motoren für die Blenheims gebraucht wurden, mußte die D.XXI auf die schwereren, doch schwächeren Twin Wasp Junior umgerüstet werden. Hiervon wurden 55 gebaut (eine davon mit einziehbarem Fahrgestell). Die dänischen Flugzeugwerke lieferten 10 mit schwächerem Mercury und zwei Kanonen aus, von denen acht gegen die deutsche Invasion im März 1940 eingesetzt wurden. Auch die 29 holländischen Flugzeuge kämpften ab 10. Mai 1940 rund um die Uhr, bis ihnen am dritten Kampftag die Munition ausging.


Die Fliegertruppe des niederländischen Heeres hatte 1935 bei Fokker den Bau eines Tiefdecker-Prototyps in Auftrag gegeben, um das Potential dieses Typs zur Verwendung in Niederländisch-Ostindien zu prüfen. Obwohl ursprünglich geplant war, den Rolls-Royce Kestrel IV mit 485 kW (660 PS) einzusetzen, flog die Versuchsmaschine am 27. Februar 1936 in Eindhoven mit dem 481 kW (654 PS) starken Sternmotor Bristol Mercury VI-S. Zu dieser Zeit neigte die niederländische Regierung allerdings eher dazu, für die Heimat Bomber und nicht Jäger zu beschaffen, aber eine geänderte Rüstungspolitik führte im Sommer 1937 dann doch zu einer Bestellung von 36 D.XXI mit Sternmotor Bristol Mercury VII oder VIII als Antrieb.

Im selben Jahr vergab die finnische Luftwaffe einen Auftrag über sieben D.XXI mit Mercury VIII, und auf der Grundlage einer Lizenzvereinbarung baute die finnische State Aircraft Factory in Tampere zwischen 1938 und 1944 weitere 93 D.XXI. Die ersten 38 Flugzeuge mit Mercury-Sternmotor waren 1938 fertiggestellt, doch weitere 50 Exemplare des Baujahres 1941 modifizierte man zur Aufnahme des Pratt & Whitney Twin Wasp Junior SB4-C / -G, von dem 1940 80 Stück gekauft worden waren. Die finnischen D.XXI hatten alle vier Maschinengewehre in den Tragflächen statt je zwei im Rumpf und in den Flächen. Die letzte finnische Baureihe umfaßte fünf vom Bristol Pegasus angetriebene D.XXI, die 1944 erschienen.

Fokker D.XXI holländischer Produktion wurden nach Dänemark geliefert und weitere zehn Exemplare von der Königlichen Heeresflugzeugwerft in Kopenhagen gebaut; diese Maschinen waren mit Mercury-Motoren VI-S und je einer Madsen-20-mm-Kanone in Behältern unter den Tragflächen ausgerüstet. In Spanien leitete die republikanische Regierung die Lizenzproduktion ein, doch die Montagebänder fielen den Nationalisten in die Hände, und man nimmt an, daß in Spanien keine einzige D.XXI fertiggestellt wurde. Unterdessen war in Holland am 20. Juli 1938 die erste D.XXI für die nationalen Luftstreitkräfte geflogen, und der letzte von 36 Serienjägern wurde 1939 übergeben.

Als deutsche Truppen am 10. Mai 1940 in Holland vorrückten, waren 28 D.XXI einsatzklar. Dank ihrer Wendigkeit hielten sich die holländischen Jäger während der fünf Tage bis zur Kapitulation gut, doch letztendlich wurden sie allein durch die große Zahl an gegnerischen Flugzeugen überwältigt, und nur acht Exemplare blieben flugtüchtig. Ihren größten Sieg errangen die D.XXI am 10. Mai, als sie von 55 Junkers Ju 52/3m, die die holländische Grenze am frühen Morgen passierten, insgesamt 37 Maschinen zerstörten.

Bei der Kapitulation Finnlands gegenüber den Russen am 12. März 1940 waren noch 29 D.XXI im Flugzeugbestand. In der Folgezeit traf Finnland die Entscheidung, weitere 50 solcher Jäger zu produzieren. Die finnische Luftwaffe verfügte daher über ein stärkeres Kontingkent, als der Kampf gegen die UdSSR im Juni 1941 wieder aufflammte. Einige D.XXI wurden im August jenes Jahres von der vergleichsweise erfolglosen IVL Myrsky abgelöst, doch eine kleine Zahl Fokker-Jäger hielt sich noch bis 1948 im Dienst.

Im Winter flogen die meisten finnischen D.XXI mit “Schneeschuhen” am Fahrgestell. Ein Exemplar mit Twin Wasp-Antrieb wirde auf ein Einziehfahrwerk umgestellt, aber die Flugleistungen verbesserten sich dadurch nur so wenig, daß eine entsprechende Umrüstung der übrigen Maschinen nicht in Frage kam.

Eine Reihe holländischer Vorkriegs-D.XXI dienten als Erprobungsträger für Motoren wie dem Rolls-Royce Kestrel V und dem Hispano-Suiza 12Y. Projektiert waren Ausführungen mit dem Bristol Hercules (Projekt 150), dem Rolls-Royce Merlin (Projekt 151) und dem Daimler-Benz DB 600H (Projekt 152), alle mit Einziehfahrwerk und aerodynamisch verbesserter Zelle.

Quellen:
Flugzeugtypen der Welt, Bechtermünz 1997
Bill Gunston, Kampfflugzeuge der Welt, 1985


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