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Do 17 Z in Finnland

Am 11. Januar 1941 überließ der damalige Reichsmarschall und Oberbefehlshaber der deutschen Luftwaffe, Hermann Göring, der Finnischen Luftwaffe zur Stärkung ihres Kampfpotentials gegen die Russen 300 t Bomben sowie 15 Dornier Do 17 Z der Baureihen Z-1, Z-2 und Z-3 (ex Luftwaffe). Nach Umschulung des fliegenden und Bodenpersonals der 46. Bomberstaffel (Lentolaivue = LeLv. 46), die zum 4. Fliegerregiment (Lentorykmentti 4) gehörte, übernahm der Staffelkapitän Major R. Artola die ersten Dornier-Maschinen am 5. Januar 1942.

Die besatzungsschulung hatte die deutsche Luftwaffe in Warschau durchgeführt. Das letzte dieser 15 Flugzeuge, als Aufklärer mit Kameras ausgerüstet, traf am 12. Februar 1942 in Tampere ein,wo es mit den anderen überholt, umgerüstet und umgespritzt wurde. Sie erhielten die Kennzeichen DN-51 bis DN-65.

Der erste Einsatz gegen russische Stellungen wurde am 1. April 1942 geflogen, dem wegen der eingefrorenen Fronten und der ungleichen Kräfteverhältnisse nur vereinzelte größere Angriffe folgten. Demgegenüber kamen die Dorniers häufiger zu Einzelvorstößen und Aufklärungsflügen über russisches Gebiet. Hauptursache für diese Kampfweise war neben der vielfachen sowjetischen Überlegenheit vor allem die überaus schlechte Wetterlage im karelischen und nordfinnischen Raum. Hierin liegt auch der Grund für die Flugzeugverluste, die infolge von Notlandungen bei mangelnder Sicht beispielsweise höher waren als durch gegnerische Abwehr.

Kurz vor dem Ende der Kampfhandlungen nach dem russisch-finnischen Waffenstillstandam 4. September 1944 flog eine der letzten Do 17 Z am 20. August 1944 noch einen Flugblatteinsatz über dem gegnerischen Hinterland.

Die noch einsatzfähigen kräfte der finnischen Luftwaffe wurden, dem Druck der Sowjets nachgebend, jedoch schon kurze Zeit später gegen deutsche Truppen eingesetzt, so u.a. mit einem Angriff am 2. Oktober 1944 gegen Verbände der 20. deutschen Gebirgsarmee in Lappland. Die Störung des Rückzugs der Wehrmacht aus Finnland dauerte bis zu dessen Abschluß an. Ein Bildaufklärungsflug am 4. April 1945 war dann zugleich der letzte Einsatz finnischer Do 17 Z im Krieg überhaupt. Nur wenige Maschinen überlebten das Kriegsende und dienten noch geraume Zeit als Bildflugzeuge. Eine Maschine flog zeitweise (1942 - 1944) in der LeLv. 48, wenige andere zwischen 1945 - 1948 bei der LeLv. 43.

Interessant ist am Rande, daß noch zahlreiche andere deutsche Baumuster (Anzahl in Klammern) in Finnland eingesetzt waren:

Messerschmitt Bf 109 G (162) Mersu genannt, teils bis 1954
Fieseler Fi 156 C (2), bis 1960
Junkers F.13 (2), bei der Küstenwache bis 1947
Junkers K 43 (6), bis 1947
Junkers W 34 (1), bis 1947
Heinkel He 115 A-2 (3), bis 1944
Heinkel He 59 C-2 (4), bis 1944
Arado Ar 196 A-3 (3), bis 1943
Focke-Wulf Fw 58 (1), bis 1944
Dornier Do 22 K-1 (4), bis 1945
Junkers Ju 88 A-4 (24), bis 1948
Focke-Wulf Fw 44 J (35), bis 1960.
 

Daten der finnischen Do 17 Z:

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Do 17 Z in Finnland
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Kennzeichen

Baureihe

Werk-Nr.

Ex-Lw-Code & Geschwader

finnische
Staffelzugehörigkeit

DN-51

Z-1

3323

BC+NE

 

2./LeLv. 46

DN-52

Z-3

2608

DM+DV

 

2./LeLv. 46
mit 2-cm-Bug-MK

DN-53

Z-3

4242

-

 

3./LeLv. 46

DN-54

Z-3

2856

PF+CW

 

3./LeLv. 46

DN-55

Z-3

3498

V5+MH

?

2./LeLv. 46

DN-56

Z-2

3425

V5+BK

?

3./LeLv. 46

DN-57

Z-1

1155

C4+BZ

?

1./LeLv. 46

DN-58

Z-3

2905

5K+DV

11./KG 3

2./LeLv. 46

DN-59

Z-1

3228

VS+GL

 

3./LeLv. 46

DN-60

Z-3

2818

5K+CR

7./KG 3

1./LeLv. 46

DN-61

Z-2

4187

CQ+HG

 

1./LeLv. 46

DN-62

Z-3

1218

V5+(B?)L

?

3./LeLv. 46

DN-63

Z-3

2873

PF+DN

 

2./LeLv. 46

DN-64

Z-3

2622

5M+L(?)

AufklGr(F) 122

P./LeLv. 46

DN-65

Z-3

1175

PG+GA

 

2./LeLv. 46

DN-79

Z-2

-

-

 

P./LeLv. 46
(unbelegt)

1. Sommertarnung:

    Oberseiten schwarz / grasgrün
    Unterseiten hellblau
    Hakenkreuze mittelblau auf weißem Grund

2. Wintertarnung:

    schwarze Flächen (Sommertarnung) weiß überspritzt, teils sehr grob
    sonst wie unter 1.

3. Kennzeichen:

    schwarz bzw. weiß

4. Rumpfband bzw. Flächenenden:

    gelb (auf der Unterseite)

5. Stierwappen (DN-53):

    Stier schwarz/grün
    Schild weiß
    Rand hellgrün

6. Elchwappen:

    schwarz

7. Einsatzmarkierungen:

    weiß (auf dem Seitenruder)

ca. 750 kB

ca. 550 kB

Quellen:

K. Keskinnen:
Suomen Imavoimien Historia, Vol. 1, Lentokoneet 1939-72, Helsinki 1972
Suomen Imavoimien Historia, Vol. 2, Dornier Do 17 Z - Junkers Ju 88 A-4, Helsinki 1971

Aircam Serie 14: Finnish Air Force 1918-68, Arco New York 1969


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