Phoenix Page Logo Pierre H. Clostermann

Kurzbiographie eines französischen Jagdflieger-Asses (Forts.)

© 2002 Patrick Sprau

Ich habe nicht viel über die Flugzeuge, die Pierre Clostermann während des Krieges flog, gefunden, abgesehen von seinen berühmten Tempests Mk V natürlich. Ich habe dennoch alles, was mir bekannt ist, aufgeschrieben, auch wenn die Reihenfolge bezüglich der Einsatzmonate dieser Flugzeuge nicht ganz, aber nahezu, chronologisch ist.

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Supermarine Spitfire Mk IIa
Kennung: TO ° S
Werknummer: n/a

Diese Spitfire-Variante war die erste Spit', die Pierre Clostermann jemals flog, als er in Rednal, Wales, stationiert war und dem No. 61 Operational Training Unit angehörte. Die Maschine, in der er seinen allerersten Spitfire-Flug machte, hatte den Code
TO ° S, die Seriennummer ist mir nicht bekannt.

Clostermann
Clostermann II

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Supermarine Spitfire LF Mk Vb
Kennung: LO ° D
Werknummer: n/a

Dies ist die Spitfire-Variante, die Clostermann während seiner Zeit bei dem No. 602 "City of Glasgow" Squadron, R.Aux.A.F., vom 28. September 1943 an flog. Er bevorzugte, wie man sich vorstellen kann, die Spitfire Mk IX, den Typ, den er während seiner Zeit bei dem No. 341 "Alsace" Squadron geflogen hatte. Über seine eigenen Maschine, die er über diesen Zeitraum flog, habe ich keine genauen Informationen, außer ihren Code: LO ° D.
Während das No. 602 Squadron Anfang 1944 auf den Orkneys stationiert war, benutzte er einige dieser Spit's zusammen mit den neueren Spitfires HF Mk VII. Vermutlich trugen die Spitfires LF Mk Vb die Codebuchstaben "LO", während zumindest einige der Spitfires HF Mk VII noch die Codes ihrer vorherigen Einheit - des No. 312 Squadron - nutzten.


Supermarine Spitfire HF Mk VII
Kennung: n/a
Werknummer: n/a

Wie oben erwähnt, verwendete das No. 602 Squadron einige Spitfires HF Mk VII, um Scapa Flow zu schützen. Pierre Clostermann begleitete Jacques Remlinger auf einen Einsatz, bei dem es Jacques gelang, einen Abschuß über ein deutsches Aufklärungsflugzeug über Scapa Flow zu erringen. Leider sind mir weder die Codes noch die Seriennummern der an diesem Tag verwendeten Flugzeuge bekannt, abgesehen von meiner Vermutung, daß die Spit's noch die Codes des No. 312 Squadron trugen, die wahrscheinlich "DU" lauteten.
Interessanterweise schreibt Clostermann in "Le Grand Cirque", daß seine Einheit Spitfires HF Mk VIII (!), denen er das Attribut "stratosphériques" gibt, einsetzte. Seiner Detailbeschreibung der Flugzeuge nach zu urteilen, scheint er jedoch eher von Spitfires HF Mk VII zu sprechen.
Was Remlingers Opfer anbelangt, lassen mich meine Quellen annehmen, daß es sich um eine Aufklärungs-Me 109 G-5 handelte, die zwei 300-l-Abwurftanks verwendete, wie es in "Le Grand Cirque" beschrieben wird.


Supermarine Spitfire Mk IX

Clostermann flog diesen Klassiker bei mehreren Gelegenheiten bei mehreren Kampfeinheiten. Das erste Mal steuerte er eine Spitfire F Mk IX, als das No. 341 "Alsace" Squadron im März 1943 mit ihnen ausgestattet wurde. Im Juni, erhielt das No. 341 Squadron dann seine ersten Spitfires LF Mk IX. Als Pierre sich zum No. 602 Squadron versetzen ließ, mußte er sich mit anderen Spitfire-Varianten zufrieden geben, bis auch diese Einheit im Frühjahr 1944 Spitfires LF Mk IXc erhielt. Clostermann flog diesen Typ bis zu seinen vorerst letzten Fronteinsätzen im Sommer 1944.

Supermarine Spitfire Mk IXc
Kennung: NL ° B
Werknummer: n/a

Supermarine Spitfire Mk IXc
Kennung: LO ° D
Werknummer: MH526

Eine der Spitfire LF Mk IXc, die Clostermann beim No. 341 Squadron flog, hatte den Code NL ° B, die Seriennummer ist mir unbekannt. Er flog dieselbe Variante beim No. 602 Squadron, und sein persönliches Flugzeug, Seriennummer MH526, trug die Code-Buchstaben LO ° D.


Hawker Typhoon Mk Ib
Kennung: FM ° N
Werknummer: RB....

Pierre flog ein bißchen auf der "Tiffy", um mit dem Vorgänger der Tempest vertraut zu werden, bevor er zur Jahreswende 1944/1945 wieder an die Front zurückkehrte, um neue Einsätze zu fliegen - diesmal mit der Tempest Mk V. Das Foto der Maschine, die er mit großer Wahrscheinlichkeit flog, zeigt eine "car-door" Typhoon Mk Ib mit dreiblättrigem Propeller; der Code lautet FM ° N, und die Seriennummer beginnt mit einem R, wobei eine 8 oder ein B an zweiter Stelle steht. Die Code-Buchstaben FM sollten eigentlich für das No. 257 Squadron stehen, aber ich bin nicht sicher, ob das tatsächlich die Einheit war, bei der Pierre seine Übungsflüge machte, oder ob das nur die Einheit war, von der die Typhoon ursprünglich kam.

Übrigens - die Beschreibung seiner ersten "Tiffy"-Erfahrung liest sich nicht so, als habe Clostermann sich in diesem Monster allzu wohl gefühlt!


Hawker Tempest Mk V

Die meisten Leute würden wahrscheinlich an diese Art von Flugzeug denken, wenn sie den Namen Pierre Clostermanns hören; sein berühmter "Le Grand Charles" ist besonders bekannt. Nichtsdestotrotz flog Pierre in seiner Laufbahn mehrere Tempests.

Hawker Tempest Mk V
Kennung: JJ ° B
Werknummer: n/a

Als Pierre dem No. 274 Squadron zugeteilt wurde, trug sein persönliches Flugzeug die Kennung JJ ° B, aber seine Seriennummer ist mir nicht bekannt..

Hawker Tempest Mk V
Kennung: JJ ° W
Werknummer: EJ893

Anscheinend flog das As zusätzlich zur oben genannten Maschine, von der Clostermann selbst in "Le Grand Cirque" berichtet, während seiner Zeit beim No. 274 Squadron auch noch eine andere Tempest, die den Code JJ ° W und die Seriennummer EJ893 trug.

Hawker Tempest Mk V
Kennung: US ° G
Werknummer: NV968

Nach seiner Neuzuteilung zum No. 56 Squadron, das "US" als Code-Buchstaben verwendete, flog Pierre eine Maschine mit der Kennung US ° G und der Seriennummer NV968.

Hawker Tempest Mk V (Series 2)

Als Befehlshaber über das No. 3 Squadron flog Pierre ab dem Frühling 1945 Tempests Mk V Series 2, die als JF ° E gekennzeichnet waren. Es gibt abweichende Quellenangaben bezüglich der Seriennummern dieser Flugzeuge, und soweit ich weiß, gab es mehrere Tempests mit diesem Code. Unter anderem habe ich die Seriennummern NV724 und NV784 für seine Maschinen in Büchern und auf Naßschiebebilderbögen für Modellbausätzen gesehen; es sieht so aus, als hätten vier von Clostermann geflogene Tempests mit dem Code JF ° E existiert. In chronologischer Reihenfolge waren dies angeblich:

1)
Hawker Tempest Mk V (Series 2)
Kennung: JF ° E
Werknummer: NV994

2)
Hawker Tempest Mk V (Series 2)
Kennung: JF ° E
Werknummer: wahrscheinlich SN222

3)
Hawker Tempest Mk V (Series 2)
Kennung: JF ° E
Werknummer: n/a

4)
Hawker Tempest Mk V (Series 2)
Kennung: JF ° E
Werknummer: NV724.

NV724 ist jene, die er "Le Grand Charles" taufte und auf deren Steuerbordseite vor dem Spitznamen 23 schwarze sowie neun weiße Balkenkreuze aufgemalt waren. Die schwarzen Hoheitsabzeichen stehen für die 23 Luftsiege, die Clostermann in seinen DFC-Verleihungsurkunden zuerkannt wurden, und die neun weißen stellen die von ihm am Boden zerstörten sowie die noch nicht offiziell anerkannten Siege dar.

Bezüglich des Spitznamens ist zu erwähnen, das dieser entweder eine Anspielung auf Charles de Gaulle oder aber auf die Flugzeuge Guynemers sein kann, der mit 53 Luftsiegen ein französisches As des Ersten Weltkriegs war. Guynemer nannte alle seiner Flugzeuge "Vieux-Charles", ein Spitzname, der zuerst einer Nieuport von einem gewissen Bonnard - einem von Guynemers Kamaraden - gegeben worden war. Als Bonnard ihre Einheit verließ, erbte Guynemer sein Flugzeug; er fuhr dann fort, jedes seiner nachfolgenden Flugzeuge auf denselben Namen zu taufen.


Als Anmerkung für Modellbauer sei gesagt, daß die Zeichnungen von Clostermanns Tempest in Büchern, Zeitschriften und auf Bausatzschachteln, die sie mit kompletten Invasionsstreifen darstellen, ehrlich gesagt Quatsch sind! So weit ich weiß, hätte keine Tempest, die Anfang 1945 geflogen wurde, Invasionsstreifen zur Schau stellen sollen, und selbst wenn es Ausnahmen gab, so gehörte Pierres Maschine sicherlich nicht dazu.

© 2002 Patrick Sprau


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